Editorial

Prof. Dr. Ulrich Brunner
Prof. Dr. Ulrich Brunner

Sehr geehrte Mitgliederinnen und Mitglieder, liebe Freunde,

zurück zur Normalität?
Viele von Ihnen waren in den kritischen drei Monaten beruflich deutlich eingeschränkt in ihrer elektiven chirurgischen Tätigkeit. Zumindest in den Kliniken waren die Kollegen im Rahmen der Notfallpläne sogar fachübergreifend eingesetzt. Umfragen der Fachgesellschaften haben diesen Prozess analysiert und widergespiegelt. Durch die Stabsorganisation waren in kürzester Zeit Organisationsformen entstanden, deren Umsetzung vorher nicht vorstellbar waren. Geprägt war dies von großer Solidarität zwischen den Mitarbeitern aller Berufsgruppen.
Auf dem Weg zurück, zur sogenannten Normalität scheint dies bei weitem nicht so geregelt abzulaufen. Hier scheint das Chaos viel größer. Begrenzte Ressourcen führen hier eher wieder zur Endsolidarisierung. Der Zugang zu den Krankenhäusern und ambulanten Strukturen ist auch immer noch begrenzt durch die Sicherheitskonzepte und die Bereitstellung von Versorgungskapazitäten. Aktuell steigen die Infektionszahlen wieder und die Urlaubssaison mit vielen Reiserückkehrern lässt dabei keine Trendwende erwarten.

Daher wird es diese frühere „Normalität“ sicher auf längere Zeit nicht geben.
Normalität war für viele von uns auch der regelmäßige Austausch auf Fortbildungen und Kongressen, verbunden mit persönlichem Kontakt, Gesprächen und freundschaftlichen kollegialen Begegnungen. Und dies in hoher Frequenz, oft viele Male im Jahr. Auch wenn wir inzwischen die neuen Formate erprobt haben und noch weiter entwickeln, und begeistert sind von dem leichten Zugang und der zahlreichen Teilnahme, die oft über die Teilnehmerzahl der Vorort-Kurse hinausgeht, so fehlt doch der persönliche Kontakt und die Möglichkeit zum informellen Austausch.

Auch die Industrie muss diese neue Art der „Begegnung“ erlernen. Manche Firmen sind hier schon aktiver, andere zurückhaltender. Und hands on – Ausprobieren – Lehre am Modell oder an der Leiche in der Gruppe, hierfür gibt es bislang noch keinen guten Ersatz.

In diesem neuen Heft informieren wir Sie über die aktuelle Diskussion zu unserem wichtigsten Ereignis, unserem Jahreskongress. Der Vorstand hat sich für die Durchführung des Kongresses mit einem allumfassenden Sicherheitskonzept in stark erweiterten Räumlichkeiten in der Messe Düsseldorf entschieden.
Natürlich spielt dabei auch die Erfüllung bereits abgeschlossener Verträge eine große Rolle. Angedacht ist eine reduzierte Teilnehmerzahl, evtl. kombiniert mit Online-Formaten.

Entscheidend ist aber auch die Kooperation und Teilnahme der Industrie. Noch ist die definitive Entscheidung nicht gefallen. Berichten werden in diesem Heft wieder Preisträger, hier Kathi Thiele über das gewonnene Ellbogen Fellowship in Kanada sowie eine Kommission, heute das Junge Forum. Abgerundet wird dies wie immer durch den Rechtsticker von Dr. Tobias Weimer.

Ich wünsche Ihnen eine gute und gesunde Urlaubszeit, viel Spaß beim Lesen und danke Ihnen für Ihre Unterstützung unserer DVSE in diesen Zeiten der „Neuorientierung“.

Ihr

Prof. Dr. Ulrich Brunner

Redaktion Mitteilungsblatt



Änderung: Der aktuelle Jahreskongress der DVSE 2020 verschiebt sich aufgrund des Coronaviruses auf den 12.–14. November 2020 in Düsseldorf.