Editorial

Prof. Dr. Ulrich Brunner
Prof. Dr. Ulrich Brunner

Sehr geehrte Mitgliederinnen und Mitglieder, liebe Freunde,

Lockdown ohne Ende?

Eigentlich waren wir von der Hoffnung getragen im Frühjahr nicht mehr unter dem direkten Bann der Pandemie zu stehen.
Leider sind die täglichen Infektionszahlen immer noch die Nummer 1 Headlines in allen Medien und der Lockdown hält uns im Pri-vatleben, in der täglichen Arbeit und ebenso in unseren Begegnungen, wissenschaftlichen und klinischen Veranstaltungen und damit in unserem Austausch in Atem.

Ungewissheiten und Vermutungen werden in den Medien und Diskussionen bedrohlich aufgebaut und verstärken die Unsicherheit, Angst und Unzufriedenheit. Große Erfolge wie die Erfindung von potenten Impfstoffen in kürzester Zeit werden in der Debatte gar nicht mehr wahrgenommen gegenüber einer ausgelassenen Debatte über ein sogenanntes Impfversagen.

Was wäre denn gewesen, wenn man alles auf einen Impfstoff gesetzt hätte, der jetzt noch nicht auf dem Markt ist? Oder was ist mit der Haftung? Jetzt, da 3 Impfstoffe zugelassen sind und die Haftung der Industrie abgerungen wurde zugunsten abgeschlossener Tests sind alle ganz schlau. – Es geht wie immer um Schlagzeilen. Und die Diskussion einer besseren Nachverfolgung Infizierter anstelle allgemeiner Einschränkungen findet nicht statt, da das Rechtsgut Datenschutz höher bewertet wird als die Einschränkungen der Freiheitsrechte zu Gunsten des Gesundheitsschutzes.

Wir von der DVSE sind dennoch weiter engagiert das Bestmögliche in dieser Situation für Sie, unsere Mitglieder zu organisieren.

Online Aktivitäten gehen weiter.

Beim erfolgreichen DVSE@home online Kongress im November, der aus der hohlen Hand in kürzester Zeit auf die Beine gestellt wurde, konnten leider nicht alle eingereichten Beiträge berücksichtigt werden. Deshalb wurde am 29.12.2020 der erste DVSE Science Day organisiert, bei dem alle weiteren ausgewählten Beiträge in Videoformat präsentiert und von erfahrenen Chirurgen thematisch zusammengefasst und bewertet wurden. Die Aufzeichnung inklusive 163 Minuten Bonusprogramm steht Ihnen kostenfrei online zur Verfügung (www.dvsescience.winglet.live). Die 3 Kongresspräsidenten Olaf Lorbach, Thilo Patzer und Dominik Seybold berichten.

Im Dezember konnte ein weiteres DVSE-Online-Seminar zur Diagnostik von Schulter- und Ellenbogenerkrankungen einschließlich klinischer Untersuchung, im Januar ein weiteres DVSE-Online-Seminar, parallel zum ObEx Heft zum akuten- und Mikrotrauma beim jungen Sportler am Ellenbogen mit Live Chat veranstaltet werden.
Vom jungen Forum wurde für DVSE Assistenzärzte/-innen und Studierende ein online Seminar „Karrierecoaching“ organisiert. Das junge Forum berichtet.

Auch im Hintergrund laufen die Aktivitäten der Arbeitsgruppen unverändert. So hat sich das DACH Komitee zur Zusammenarbeit der Schulter- und Ellenbogenchirurgen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz erfolgreich formiert. Der Bericht hierzu erfolgt im nächsten Mitteilungsblatt.

Sehr aktiv ist auch die Arbeitsgruppe „Leitlinie“ aktuell zur Leitlinie Impingement. Auch hier werden wir im nächsten Heft informieren.

Unser Jahreskongress wird hoffentlich Ende des Jahres in München regelhaft und nicht mehr online stattfinden können. Manfred Pfahler und Patric Raiss informieren über den aktuellen Stand.
Meilenstein im Schulter-/Ellenbogenprothesenregister.
Ein weiterer Schwerpunkt ist unser Schulter- und Ellenbogenenprothesenregister. Unser herzlicher Dank gilt Petra Magosch für die vielen Jahre der Aufbau- und Betreuungsarbeit. Jörn Kircher als ihr Nachfolger wird, den noch von Petra augurierten ersten Prothesenreport vorstellen.

Die Gespräche mit Endocert über eine gemeinsame Zertifizierung hatten sich im vergangenen Jahr als schwierig herausgestellt.

Mit Ihrem unterstützenden Votum aus unserer virtuellen Mitgliederversammlung sind wir nun dabei die Vorschläge für eine vereinfachte Eingabe für unser deutsches Schulter- und Ellenbogenendoprothesenregister zur erarbeiten. Dies soll die Teilnahme am Register verstärken und die Datenqualität fördern. Parallel zu den Gesprächen mit Endocert erarbeiten wir auch ein zweistufiges Konzept zur Zertifizierung der Schulter- und Ellenbogenendoprothetik. Dieses soll Ihnen ermöglichen einerseits Ihre aktive Teilnahme am Schulter-/Ellenbogenendoprothesenregister als wichtiges Qualitätsmerkmal aber auch die Strukturqualität Ihrer Arbeit in einfacher Form abzubilden.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen, danke Ihnen für Ihr fortwährendes Interesse und hoffe, dass Sie weiter gesund bleiben.

Ihr 

Prof. Dr. Ulrich Brunner
Redaktion Mitteilungsblatt