24. Kongress der SECEC in Dubrovnik

Nikola Cicak, Kongresspräsident des 24. SECEC-Kongresses, im Hintergrund Pascal Boileau, Gesellschaftspräsident der SECEC

Der 24. Kongress der Europäischen Gesellschaft für Schulter- und Ellenbogenchirurgie fand dieses Jahr vom 19. bis 22. September in Dubrovnik in Kroatien statt. Bei schönstem Spät-Sommerwetter an der Adria wurde der Kongress am Mittwochabend um 19:00 Uhr vom Kongresspräsidenten Nikola Cicak und vom Gesellschaftspräsidenten Pascal Boileau eröffnet. Die Eröffnungszeremonie sowie der gesamte Kongress fanden im Valamar Lacroma Hotel an der Badeküste von Dubrovnik statt. Ein Highlight dieser Eröffnung war neben dem Konzert von Ana Rucner der Gastvortrag von Roger Emery "The shoulder and art".

Roger Emery, ein bedeutendes Mitglied der SECEC, ist neben seiner Tätigkeit als renommierter Schulter- und Ellenbogenspezialist ein herausragender Kunstkenner und Kunstsammler. Er konnte deshalb in seinem vergnüglichen Vortrag aus zweierlei kompetenter Blickrichtung interessante Verknüpfungen zwischen der Schulter und der Kunst herstellen und interpretieren.

Alle drei Kongresstage starteten für die Frühaufsteher um 07:30 Uhr mit jeweils drei Instruktionskursen. Hierbei wurde bewusst auf ein breites Angebot für jederlei Geschmack geachtet. So waren hierbei Kurse zur Basiswissenschaft angeboten, wie auch Kurse zu speziellen Krankheitsentitäten, Tipps und Tricks und zur Rehabilitation nach Rotatorenmanschetten-Rekonstruktion.

Das Symposium des ersten Tages leitete Alex Castagna aus Mailand/Italien zum Thema "Partialläsionen der Ro­tatorenmanschette". Es zeigte sich bei diesem Symposium erneut, dass es sich hierbei um häufige, klinisch und bildgebend schwer zu diagnostizierende und beurteilende Veränderungen handelt. Neben der konservativen Therapie wurden die verschiedenen operativen Ansatzwege zur Rekonstruktion artikulärer und bursalseitiger Partialläsionen beleuchtet. Interessant war auch die Diagnostik und Bewertung der intratendinösen Partialläsionen. Ein allgemein gültiger therapeutischer Ansatz ließ sich hier jedoch nicht herausarbeiten. Die President lecture wurde traditionsgemäß auf Einladung des Gesellschaftspräsidenten vom Präsidenten der Amerikanischen Schulter- und Ellenbogengesellschaft (ASES) Jon JP Warner gehalten. Das Thema lautete "Management of shoulder osteoarthritis in young patients".

Zur Mittagszeit wurden, wie allgemein üblich die diversen Industrie Workshops angeboten. Nachmittags folgten diverse Wissenschaftssitzungen in zwei Räumen.

Am zweiten Tag wurde das Symposium von Daniel Mole aus Nancy/Frankreich geleitet. Es hatte zum Thema "Die Drei- und Vier-Part Frakturen des proximalen Humerus". Neben den diversen Osteosyntheseverfahren wurden hierbei auch die Indikationen zur primären Hemiarthroplastik sowie zur inversen Endoprothetik beleuchtet.

Die Presidential guest lecture, also den Einladungsvortrag des Kongresspräsidenten Nikola Cicak, hielt Slobodan Vukicevic zum Thema Molekularmechanismen bei der Frakturheilung.

An diesem Tag wurden auch zwei wissenschaftliche Sitzungen dem Ellenbogen gewidmet. Man hatte insgesamt den Eindruck, dass im Gegensatz zu früheren Jahren der Ellenbogen etwas mehr an Gewicht bei den wissenschaftlichen Sitzungen, Workshops und Poster-Darbietungen gewinnt.

Am letzten Tag wurden wie immer die Preise der Gesellschaft benannt und verliehen.
Erfreulicherweise gingen zwei Preise nach Deutschland.

Den Best Paper Prize of the National Societies erhielt Stefan Greiner für seine Arbeit "Lateralization of the center of rotation (BIO RSA) after reversed shoulder arthroplasty maintains the biomechanical properties of the remaining rotator cuff in vivo".

Den Best Poster Prize gewann Peter Habermeyer für seine Arbeit "First midterm (3-5 year) results of stemless humeral head replacement. A prospective study".

Den allgemeinen Best Paper Prize erhielt Eugene EK für seine Arbeit "Reverse total shoulder arthroplasty in patients less than 65 years old. Results after 5-15 years".
Es wurde dieses Jahr kein Patte Prize vergeben.
Abgerundet wurde die Award Session durch den Gastvortrag von Yong Girl Rhee aus Korea zum Thema "Management of shoulder anterior instability in Korea. The role and place of arthroscopy and open surgery". Zum Schluß des Kongresses wurden zwei Sitzungen zu Neuheiten sowie Tipps und Tricks veranstaltet.

Das Galadinner fand in der Burg Revelin statt. Ein ausgesprochen schöner Rahmen, um nicht nur die Wissenschaft ausklingen zu lassen, sondern auch Freundschaften zu pflegen und zu erneuern.

Auch dieser Kongress konnte wiederum eine Steigerung der Teilnehmerzahl verzeichnen. Trotz der vielleicht nicht ideal günstigen Erreichbarkeit des Kongressortes konnten über 1000 Registrierte verzeichnet werden. Der 24. SECEC-Kongress war wissenschaftlich und gesellschaftlich ein großer Erfolg. Im nächsten Jahr findet der sog. Weltkongress in Japan statt. Traditionsgemäß fällt in einem solchen Jahr der europäische Kongress aus.

Manfred Pfahler
National Delegate

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