DVSE Traumakurs in Würzburg

Eingeladen von DVSE Präsident Prof. Dr. Markus Scheibel fand vom 21. – 23.02.2019 im Anatomischen Institut der Universität Würzburg der DVSE Traumakurs „Schulter- und Ellenbogentraumatologie“ in Kooperation mit dem 14. Würzburger-Essener Schulter- und Ellenbogenkurs, organisiert von Prof. Dr. Lars Peter Müller, PD Dr. Kilian Wegman, Prof. Dr. Frank Gohlke und Dr. Harris Georgousis, statt. In den drei Kurstagen wurden aktuelle Therapieformen und Operationstechniken rund um das Schulter- und Ellenbogengelenk erläutert und in einem interaktiven und sehr praxisorientierten Austausch kontrovers diskutiert.
So startete das Programm am Donnerstag nach einer kurzen aber herzlichen Begrüßung mit einer Vortragsreihe zu der Entstehung und Versorgung von Frakturen des Ellenbogengelenks und es wurde auf die Komplexität der Olecranon- und Monteggiafrakturen, sowie auf die verschiedenen Behandlungskonzepte der distalen Humerusfraktur eingegangen und die Indikationen zur operativen und konservativen Therapie erläutert. Anschließend ging es direkt in den Präpariersaal um gelerntes aus den Vorträgen in Kleingruppen an vorfrakturierten Spender-Präparaten anzuwenden. Anhand durchgeführter CT-Bilder und intaktem Weichteilmantel konnte nach Analyse der Frakturmusters der operative Zugang geplant und durchgeführt, sowie der jeweils vorliegende Bruch reponiert und schließlich osteosynthetisch stabilisiert werden. Außerdem konnten von der Industrie bereitgestellte Radiuskopfprothesen implantiert werden. In einer Videopräsentation wurden die Ergebnisse vorgestellt und Schwierigkeiten beim Vorgehen gemeinsam mit allen Kursteilnehmern besprochen. 

Am Freitag ging es gleich morgens los mit dem theoretischen Teil zu Frakturen des proximalen Humerus und des Schultergürtels. Hierbei wurde wieder die Wichtigkeit der korrekten Indikationsstellung zur operativen oder auch konservativen Therapie thematisiert und auf mögliche Pitfalls bei der operativen Versorgung hingewiesen. Der Rest des Tages stand wieder ganz im Zeichen der praktischen Übung am Human-Präparat. So konnte durch Bereitstellung von Operationsinstrumentarium der anwesenden Industriefirmen u.a. die Implantation von anatomischen und inversen Totalendoprothesen, Cerclage-Techniken oder die Zugangswege für Glenoid- und Scapulafrakturen geübt werden. Die Anleitung erfolgte durch die anwesenden Schulterspezialisten, die sich viel Zeit nahmen, um alle Fragen zu beantworten, den Teilnehmern bei der Präparation über die Schulter zu schauen und wertvolle Tipps zu geben. Auch wir Studenten hatten hier die Möglichkeit selbst Hand anzulegen und die Chance zu nutzen, Gelerntes praktisch umzusetzen. Besonders Prof. Gohlke motivierte uns die Präparation auszuweiten und auch anatomische Strukturen darzustellen, die man intraoperativ selten zu Gesicht bekommt bzw. dies hier bewusst vermeidet. Beim anschließenden Gesellschaftsabend im „Backöfele“ wurde der Tag mit leckerem fränkischem Menü und dem einen oder anderen „Schoppen“ abgerundet. Am Samstag, dem letzten Kurstag, wurde der Fokus auf die Prä-OP-Planung und die Implantatwahl gesetzt. Von der Firma Exactech und WRIGHT wurden neue GPS Navigations- und 3D-Planungssoftwares vorgestellt, die den Kursteilnehmern einen Einblick in eine mögliche Zukunftsentwicklung zur Planung und Durchführung der Schulterendoprothetik gaben.
Zum Schluss möchten wir uns noch einmal bei der Kursleitung und DVSE-Präsident Prof. Dr. Markus Scheibel für die kostenfreie Teilnahme an dieser Fortbildung, sowie den anwesenden Industriefirmen für das Sponsoring bedanken. Außerdem danken wir dem anatomischen Institut der Universität Würzburg unter Prof. Süleyman Ergün sowie der Universität Köln für die Bereitstellung der Spender-Präparate, ohne die der Kurs in dieser Form nicht möglich gewesen wäre. Wir hoffen auch im nächsten Jahr wieder dabei sein zu dürfen!

Melina Feucht          Felix Hochberger          Lennart Schröder
Mannheim                 Jena                               Würzburg