Rotator Cuff Lesions in Patients with Stiff Shoulders: A Prospective Analysis of 379 Shoulders

Ueda Y, Sugaya H, Takahashi N, Matsuki K, Kawai N, Tokai M, Onishi K, Hoshika S.
J Bone Joint Surg Am. 2015 Aug 5;97(15):1233-7

Hintergrund: Untersucht wurde die Prävalenz von Rotatorenmanschettenläsionen in Abhängigkeit vom Bewegunsausmaß bei Patienten mit einer adhäsiven Kapsulitis.

Methodik: In einem Kollektiv von 379 Patienten mit einer idiopathischen Frozen shoulder wurde mittels MRT oder Ultraschall die Integrität der Rotatorenmanschette untersucht. Patienten mit einer Traumaanamnese, Diabetes mell. oder knöchernen Auffälligkeiten wurden ausgeschlossen. Anhand der Beweglichkeit wurden die Patienten in drei Gruppen eingeteilt: Gruppe 1: 89 massiv eingeschränkte Schultern (≤ 100° Flexion, ≤10 Grad Außenrotation, Schürzengriff vermindert), Gruppe 2: 111 Schultern ohne vollständigen Bewegungsverlust und Gruppe 3: 179 Schultern mit leichter bis moderater Bewegungseinschränkung.

Ergebnisse: Bei 51 % der Schultern war die Rotatorenmanschette intakt, bei 15 % bestand eine partielle und bei 35 % eine vollschichtige Sehnenruptur. In Gruppe 1 wiesen 91 % der Schultern eine intakte Rotatorenmanschette und 9 % eine partielle Ruptur auf. Kein Patient der Gruppe 1 hatte eine transmurale Ruptur. In Gruppe 2 bzw. Gruppe 3 war die Rotatorenmanschette bei 44 % bzw. 35 % intakt, 17 bzw. 16 % hatten eine partielle und 39 % bzw. 50 % hatten eine transmurale Ruptur.

Schlussfolgerungen: Die ausgeprägte Frozen shoulder mit massivem aktivem und passivem Bewegungsverlust ist nicht häufig assoziiert mit transmuralen Sehnenrupturen. Deswegen erachten die Autoren bei der ersten ambulanten Vorstellung eine weiterführende Schnittbildgebung für nicht indiziert.


Felix Zeifang, Heidelberg

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