Patterns of tear progression for asymptomatic degenerative rotator cuff tears

Keener JD, Hsu JE, Steger-May K, Teefey SA, Chamberlain AM, Yamaguchi K.
J Shoulder Elbow Surg. 2015 Dec;24(12):1845-51

Einleitung: Ziel dieser Studie war es, Faktoren zu beschreiben, die eine Progression einer Ruptur begünstigen, bei Patienten mit erhaltenen oder defekten Rotatorenkabel.

Methodik: Es wurde eine sonographische Verlaufsbeobachtung mit einem Mindest-Follow up über 2 Jahren durchgeführt, bei Patienten mit einer asymptomatischen vollschichtigen Rotatorenmanschettenruptur. Bei erhaltener anterioren Supraspinatussehne über mindestens 3 mm wurde das Rotatorenkabel als intakt definiert. Eine Progression der Sehnenruptur lag bei einer Größenzunahme von 5 mm vor. Die Ausdehnung der Ruptur wurde mit Hilfe einer seriellen Ultraschalluntersuchung unter Berücksichtigung der Lage zur Bizepssehne untersucht.

Ergebnisse: Eingeschlossen wurden 139 full-thickness Rotatorenmanschettenrupturen. Das mittlere Alter betrug 63,3 Jahre, das durchschnittliche Follow-up 6,0 Jahre. Bei 96 Rupturen (69,1 %) war das Rotatorenkabel intakt. Die Ausgangsgrösse der Ruptur war bei destruiertem Rotatorenkabel signifikant größer (Median 19,0 mm vs. 10,0 mm; p <0.0001) als bei intaktem Rotatorenkabel. Ein Zusammenhang zwischen intaktem oder destruiertem Rotatorenkabel und der Gefahr einer Größenzunahme der Ruptur fand sich nicht (52,1 % vs. 67,4 %; p = 0,09) genauso wenig kam es zu einer früheren Größenzunahme (3,2 vs. 2,2 Jahre; p = 0,37). Die Progression der Sehnenruptur war unabhängig von der Intaktheit des Rotatorenkabels (Median 7,0 mm vs. 9.0 mm; p = 0,18). Bei intaktem Rotatorenkabel kam es zu einer vermehrten Größenzunahme nach dorsal.

Schlussfolgerungen: Bei der Mehrzahl der degenerativen Rotatorenmanschettenrupturen ist das Rotatorenkabel intakt. Rupturen mit destruiertem Rotatorenkabel sind zu Beginn größer, im Verlauf zeigt sich jedoch keine frühere und stärkere Größenzunahme.


Felix Zeifang, Heidelberg

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