Open Bankart Repair for the Treatment of Anterior Shoulder Instability without Substantial Osseous Glenoid Defects: Results After a Minimum Follow-up of Twenty Years

Moroder P, Odorizzi M, Pizzinini S, Demetz E, Resch H, Moroder P.
J Bone Joint Surg Am. 2015 Sep 2;97(17):1398-405

Hintergrund: Knöcherne Glenoiddefekte sind einer der Gründe für eine hohe Reluxationsrate nach alleiniger Bankart repair. Mithilfe der vorliegenden Langzeit-Untersuchung wurde geprüft, ob bei Patienten nach Schulterluxation ohne einen knöchernen Glenoiddefekt die Reluxationsrate geringer ist.

Methodik: 47 Patienten wurden mit einem modifizierten offenen Bankart repair zwischen 1989 und 1994 versorgt. Mithilfe einer Doppel-Kontrast-Computertomographie wurden Patienten mit einem wesentlichen knöchernen Glenoiddefekt ausgeschlossen. Die Rekrutierungsrate nach einem Mindest Follow up von 20 (maximal, 25) Jahren betrug 85,1 % (40/47). Bei 26 Patienten (65 %) wurde eine klinische und radiologische Untersuchung durchgeführt, 14 Patienten (35 %) wurden mit einem Fragebogen und Telefoninterview befragt.

Ergebnisse: Bei 7 Patienten (17,5 %) trat eine Instabilität auf, davon bei 6 Patienten nach mehr als acht Jahren ohne zuvor klinische Instabilitätszeichen gehabt zu haben. Der mittlere Western Ontario Schulterinstabilität Index betrug 256,7 ± 284,8 Punkte; der mittlere Rowe-Score 88,7 ± 12,0 Punkte; der Subjektive Schulter-Wert 90,1 ± 10,5 %. Das Arthroseausmaß war auf der betroffenen Schulter höher als auf der Gegenseite (CIA-Index 0,92 auf der betroffenen und 0,35 auf der Gegenseite).

Schlussfolgerung: Der offene Bankart repair zeigt nach Meinung der Autoren gute Ergebnisse 20 Jahre postoperativ. Trotzdem bleibt auch bei fehlendem knöchernen Glenoiddefekt die Rezidivrate hoch v. a. bei schulterbelastenden Sportarten. Betrachtet man jedoch die Rate der Patienten mit Instabilitätsgefühl und stattgehabter Luxation liegt die Rezidivrate bei ca. 25 %.


Felix Zeifang, Heidelberg

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