ICSES/International

13. International Congress of Shoulder and Elbow Surgery

18. bis 20. Mai 2016 in Jeju, Korea

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12. International Congress of Shoulder and Elbow Surgery

Vom 10. bis 12. April 2013 fand der Internationale Kongress für Schulter- und Ellenbogenchirurgie (ICSES) im Nagoya Congress Center in Japan statt. Bereits zum vierten Mal wurde der Kongress mit dem Internationalen Kongress der Therapeuten für Schulter- und Ellenbogenerkrankungen (ICSET) kombiniert.

Die beiden Kongresspräsidenten, Prof. Eiji Itoi und Prof. Kenji Takagishi können auf eine Teilnehmerzahl von 1.150 Delegierten aus der ganzen Welt zurückblicken. Erwartungsgemäß kamen natürlich die meisten Teilnehmer aus dem Veranstaltungsland selbst; etwa 500 Kolleginnen und Kollegen aus Japan wohnten dem Kongress bei. Dagegen war die deutsche Beteiligung mit 24 Teilnehmern eher gering. Dies liegt sicher an der großen Entfernung und an den enormen Kosten, die mit solch einem Kongressbesuch verbunden sind.

Nagoya präsentierte sich bei gutem Wetter gegen Ende der berühmten japanischen Kirschblüte in bestem Licht und mit überragender japanischer Gastfreundschaft. Die Veranstaltung war bis ins kleinste Detail hervorragend durchorganisiert. Das wissenschaftliche Programm orientierte sich am Muster der im dreijährigen Abstand stattfindenden Weltkongresse.

Für die Frühaufsteher begann der Tag jeweils um 7:30 Uhr mit den "Instructional Course Lectures", deren Aufgabe es war, aktuelle Themen von weltbekannten Referenten praxisorientiert zu vermitteln.

Am ersten Tag des Kongresses begann nach einer kurzen Eröffnungsveranstaltung das offizielle Programm mit der "Codman Lecture". Die Ehre, diesen Vortrag zu halten, kam diesmal Robert H. Cofield zu. In Anlehnung an einen der Väter der Schulterchirurgie und Namensgeber der Vorlesung Ernest A. Codman hatte der Vortrag den Titel "The unending result". Den zweiten Ehrenvortrag, die "Kessel Lecture", hielt Gilles Walch am Freitag mit dem Thema "Shoulder instability: clinical presentation and therapeutic aspect".

Neu ins Programm kamen diesmal zwei weitere Ehrenvorträge, zum einen die "Neer Lecture", gehalten von Christian Gerber mit dem Thema "Rotator cuff tendon tears" und die "Morrey Lecture", gehalten von Prof. Morrey selbst zum Thema "The elbow: going from predictably unpredictable to just unpredictable". Die Ehrenvorträge wurden im großen Kongresssaal ohne Parallelveranstaltung präsentiert.

Die wissenschaftlichen Sitzungen dagegen in zwei bzw. drei Parallelräumen, wobei diesmal auch der Ellbogenchirurgie ein breiter Raum eingerichtet worden war. Dies beruht möglicherweise nicht zuletzt darauf, dass in Japan traditionsgemäß seit vielen Jahren neben der Gesellschaft für Schulterchirurgie eine separate Gesellschaft für Ellenbogenchirurgie existiert.

Als besondere und wahrscheinlich einmalige Vorlesung gab es diesmal eine sog. "Special Lecture". Hier wurde die Geschichte der Schulter- und Ellenbogenchirurgie in der gesamten Welt von einzelnen Vertretern eines jeweiligen Kontinents präsentiert. Europa wurde von Pascal Boileau vertreten, Nordamerika von Robert H. Cofield, Lateinamerika von Osvandre Lech, Asien von Katsuya Nobuhara und Muneaki Abe, Afrika von Abraham J. Lambrechts.

In das Programm eingebettet waren zu Beginn und zum Ende des Kongresses zwei große Symposien. Das eine widmete sich aktuellen Wissenschaftsthemen der Rotatorenmanschette, wie beispielsweise biologischen und synthetischen Patches, dem Stellenwert der Wachstumsfaktoren sowie der Biologie und neuen Strategien zur Therapie von Rotatorenmanschettenläsionen. Beim zweiten Symposium standen Wurfverletzungen im Mittelpunkt. Hierbei standen Themen wie die sog. Werferschulter, spezielle Probleme des Werfers hinsichtlich der Rotatorenmanschette, Probleme der instabilen Überkopfathleten einschließlich neuester Aspekte bezüglich "Superior-labrum-anterior-to-posterior" (SLAP)-Läsionen bei diesen Sportlern im Vordergrund. Nicht berücksichtigte Vorträge konnten mit multiplen Computern als elektronische Poster betrachtet und analysiert werden.

Die Industrieausstellung fiel für einen so großen und internationalen Kongress eher klein aus und war außerdem in einem Nebenraum platziert, der extra besucht werden musste, um die neuesten Produkte der Industrie kennenzulernen. Interessanterweise gab es keinen Festabend. Teilweise wurde dies durch eine tolle Eröffnungsveranstaltung mit ausgiebig Sushi, Sake und westlicher japanischer Disco-Show kompensiert.
Die wissenschaftliche Qualität der Vorträge war teilweise sehr hoch.

Insgesamt war es sehr lohnenswert, Japan und dessen Gastfreundschaft im Rahmen eines solch bedeutenden Kongresses zu besuchen und kennenzulernen. Der nächste Internationale Kongress für Schulter- und Ellenbogenchirurgie findet in drei Jahren auf Jeju Island in Südkorea statt.


Manfred Pfahler, München