Prothesenregister

Kommissionsbericht Prothesenregister 2015

Vorsitz: Petra Magosch

Stellvertretender Vorsitz: Klaus Burkhart

Mitglieder: Dorota Böhm, Jörn Kircher, Frieder Mauch, Lars Peter Müller, Birgit Ohly,
Bastian Scheiderer, Kilian Wegmann, Birgit Werner

 

I. Entwicklung des Schulter- und Ellenbogogenprothesen-Registers (SEPR)

Das Ellenbogengregister ist für alle Interessenten seit Ende 2014 online erreichbar unter: https://spr.memdoc.org/.
E-Mails zur Publikmachung des Registers und Motivation zur Dateneingabe über den Verteiler der DVSE sind erfolgt. Weitere Mails über Verteiler der DGOOC, DGU, DGOU und AO Deutschland sind in Planung.

Da sowohl das Ellenbogenendoprothesenregister als auch das Schulterendoprothesenregister unter derselben URL erreichbar sind, wurde der Einführungstext aktualisiert. Zudem wurden die Patienteninformation mit Einverständniserklärungen und Datenschutzerklärung für beide Register direkt von der Homepage des Registers herunterladbar eingestellt. Da Kreuzabfragen zu den anderen Registern der DGOU ermöglicht werden sollen, wurden die Patienteninformation mit Einverständniserklärung und Datenschutzerklärung gemäß den Vorgaben des Datenschutzbeauftragten von Hamburg, des Landes Nordrhein-Westfalen und Hessen erstellt und „freigegeben“. 

Desweiteren wurden alle 3 Dokumentationsbögen des SPR aktualisiert und ergänzt.
Die Erstellung einer Produktdatenbank durch Memdoc zur konstanten Aktualisierung der Prothesen
wurde zunächst zurückgestellt, da die DGOOC  zurzeit eine Produktdatenbank im Rahmen des EPRD
für alle Gelenke erarbeitet, so dass hier eine Anbindung kostengünstig stattfinden könnte. Das SEPR
soll jedoch seine Eigenständigkeit beibehalten.

 

II. Im Rahmen der DKOU 2014 hat am 30.10.2014 eine Sitzung der Prothesenregisterkommisson stattgefunden.

Folgende Punkte wurden diskutiert:

  1. Finanzierung des Registers:

Die Gründung einer Stiftung wurde vorgeschlagen. Des Weiteren könnte das Register über die Pflichtteilnahme an der Dokumentation im Rahmen der Ernennung als Schulter- und Ellenbogenzentrum finanziert werden.

Eine Firmenfinanzierung wird hinsichtlich der Unabhängigkeit des Registers nicht angestrebt.

 

  1. Strukturelle Verbesserungen und Entwicklung des Registers
  • Einrichtung eines Recalls per E-Mail: DASH Score, subjektive Zufriedenheit, SSV nach Gerber, Standzeit der Prothese könnte direkt vom Patienten selbst per Link eingegeben werden. Dies setzt die zusätzliche Erfassung einer E-Mail Adresse des Patienten voraus. Zudem sollte der Patient seine eigenen Kontaktdaten aktualisieren können. (Anmerkung: diese Änderungen würden eine Änderung der Patientenaufklärung und damit eine erneute Vorlage bei den zuständigen Datenschutzbeauftragten erfordern, sowie einen erneuten Ethikantrag nach sich ziehen, da wir Änderungen einfügen).
  • Die Möglichkeiten der Dokumentation mehrerer Prothesenrevisionen während eines einzigen stationären Aufenthaltes werden diskutiert und noch nicht abschließend festgelegt. Dieser Punkte sollte beim nächsten Treffen wieder aufgenommen werden.

 

  1. Verbesserung der Teilnahme und der Akzeptanz des SEPR
  • Erstellung und Publikationen eines Berichtes über die Entwicklung des Register alle 2 Jahre
  • Verbesserung der Plausibilität der dokumentierten Daten: Im Rahmen der

Auswertung für den Stemless Day wird die Plausibilität der dokumentierten Daten analysiert.

  • Aufbau einer eigenen Website zum Register zur Information und Akquirierung von dokumentierenden Teilnehmern (z.B. www.knorpel-register.info )
  • Mögliche URL’s: dvse-register.de, schulterprothesenregister.de, ellenbogenprothesenregister.de, schulterregister.de, ellenbogenregister.de, schulter-und-ellenbogen-register.de, schulter-ellenbogen-register.de)

III. Sonstiges:

Am 18.03.2015 hat ein Registerworkshop unter dem Titel „Bestandsaufnahme, Evaluation,

Koordination der Register in O und U“, organisiert von der DGOU, in Frankfurt stattgefunden. Klaus Burkhart

und Petra Magosch haben das Ellenbogenendoprothesenregister sowie das Schulterendoprothesenregister

präsentiert. Folgende Punkte wurden im Rahmen des Workshops diskutiert:

  • Sinn der Register:
    Sicherung und Steigerung der Qualität der Versorgung
    Gewinnung eigener Daten, die den von den gesetzlichen Krankenkassen generierten
  • Kooperation mit der Politik:
    Fachgesellschaften sollen Datenhoheit behalten,
    Focus auf die Messung und Sicherheit der Qualität legen
    Die von der Politik und Kostenträgern möglicherweise angestrebte Einschränkung der Therapiefreiheit wird abgelehnt
  • Hohe Gewichtung der Beachtung von wissenschaftlichen und rechtlichen Standards um die Register und die daraus gewonnenen Ergebnisse nicht angreifbar zu machen
  • Beteiligung von Epidemiologen und Statistikern bei Registerpflege und Datenauswertung
  • Einbindung von Routinedaten (wo sinnvoll und möglich), ggf. Schnittstellen zu KISS

 

  • Anreize zu Dateneingabe:

a) Für Krankenhäuser:

· Finanzielle Zuwendung z.B. durch DRG,

· Anregung eigener OPS-Code für Teilnahme an Registern;

· Nennung von Kliniken, die viele Daten beigetragen haben, im AOK-

  Navigator;

· Junktim zwischen Zertifizierung und Dateneingabe (EPRD/EndoCert, Sprunggelenkendoprothesenregister  

  / Fußzentren; TraumaRegister / TraumaNetzwerk u.a.)

b) Für Eingebende:

· Finanzielle Belohnung,

· auch insbesondere für nachbehandelnde Niedergelassene, um

   überhaupt Daten aus dem ambulanten Sektor erhalten zu können.

 

  • Schnittstellen zwischen den Registern sollen dort hergestellt werden, wo dies sinnvoll erscheint.

Integration der verschiedenen Register in ein großes Register z.B. EPRD wird als unrealistisch  

 eingeschätzt.

  • Die Wichtigkeit, regelmäßig follow-ups durchzuführen, wird betont, der Zeitpunkt ist allerdings meist den Kliniken überlassen.

    Der mitunter beträchtliche Loss of follow-up ist unter den gegenwärtigen gesetzlichen und kulturellen Bedingungen kaum zu vermeiden.
  • Probleme mit den Barcodes der Industrie: Einige Firmen stellen keine oder nur ungeeignete zur Verfügung.

  • Anregungen an die DGOU

- Die DGOU sollte mit dem BVMed wegen der vorhandenen Probleme mitden von den Firmen zur Verfügung gestellten Barcodes sprechen und eine zentrale Lösung hierfür suchen: Aufforderung an Fachgesellschaft, hierüber mit BVMed zu sprechen.

- Die DGOU sollte zentral mit den Anbietern der KIS-Systemeüber eine Standardschnittstelle verhandeln, deren Herstellung dann nur einmal bezahlt werden müsste.

- Zentrale Erwerbung eines geeigneten Lebensqualitätsscores, der dann den Registern zur Verfügung gestellt wird.

- Bessere Herausstellung der gewonnen Daten nach außen (insbesondere gegenüber dem IQWiG, AQUA usw.)

Heidelberg, den 22.06.2015

 

Dr. Petra Magosch | PD Dr. Klaus Burkhart