Seminar Schulterchirurgie für Studierende in Hamburg

Vom 12. bis 15. August 2015 wurde uns die Möglichkeit geboten, an einem sehr interessanten Seminar zum Thema der Schulterchirurgie teilzunehmen.

“Unsere Patienten sind nicht krank, unsere Patienten sind kaputt.” So begann der Unfallchirurg Dr. Andreas Rücker seinen Vortrag über die verschiedenen Frakturen im Bereich der Schulter und deren Versorgung. Nach einigen eindrücklichen Bildern und erklärenden Worten durften wir auch schon selbst ran.

An Kunstknochen, bereitgestellt von Smith&Nephew, konnten wir die osteosynthetische Versorgung mit Marknagel und Platten nicht nur nachvollziehen, sondern auch selbst am Beispiel einer Clavicula-Fraktur anwenden.

Aber auch mit den chronischen Problemen in der Schulter durften wir uns beschäftigen. Prof. Dr. Daniel Briem veranschaulichte uns, zusammen mit einem Vertreter von DePuy, die Endoprothetik in der Schulterchirurgie. Auch die Rotatorenmanschette spielt im orthopädischen Alltag eine große Rolle.

Nach kurzer Wiederholung der Anatomie der Schulter testeten wir die komplexen Muskelverhältnisse und Bewegungen in einer klinischen Untersuchung an uns selbst. Nachdem uns die manchmal doch komplizierten radiologischen Bilder näher gebracht wurden, fühlten wir uns alle bereit, selbst eine RM-Naht vorzunehmen. Natürlich nur am Modell, aber das war ein riesiger Lernfortschritt, da wir alle noch nie einen Knotenschieber oder ähnliches selbst bedienen durften.

Nach diesem Seminar haben wir also nicht nur einen Einblick in das weite Feld der Schulterchirurgie erhalten, sondern können nun auch mit Bohrmaschine und arthroskopischen Geräten umgehen. Wir werden in Zukunft bei Untersuchungen und OPs eine viel bessere Vorstellung haben, was eigentlich gerade warum passiert.


Katrin Wittmann, Tübingen