August 2016 in der Unfallchirurgie der Uniklinik Köln

Als gebürtiger Kölner und im Exil lebender Medizinstudent war es schön, eine Famulatur in meiner Heimatstadt zu absolvieren. Besonders geehrt fühle ich mich, dass diese Studienzeit an einem der renommiertesten Zentren für Schulter- und Ellenbogenchirurgie durch das Famulaturstipendium der DVSE gefördert wurde.

Die Famulatur begann am Montag, den 08. August, um 7:30 Uhr mit der morgendlichen Frühbesprechung. Ich wurde sowohl von den mir durch Kongresse bekannten, sowie auch von den mir noch nicht bekannten Ärzten sehr freundlich empfangen und aufgenommen. Den ersten Tag verbrachte ich wie jeden der darauf folgenden Montage in der Schulter- und Ellenbogensprechstunde. Dort konnte ich über die vier Wochen hinweg beim Dokumentieren helfen, Patienten voruntersuchen und Routine in der Ellenbogenuntersuchung erlangen. Besonders interessant war auch die sorgfältige, konservative Therapie unfallchirurgischer Patienten.

Am Montagnachmittag fand dann die Chefarztvisite statt. Da Professor Müller während dieser Runden die Studenten immer mit einschloss, Fragen immer gern beantwortete und selber die Studenten abfragte, war die Chefarztvisite unter Famulanten und PJlern sehr beliebt.

Die Dienstage half ich entweder in der BG-Sprechstunde oder auf Station. Die Arbeit auf Station bestand daraus die morgendlichen Blutentnahmen durchzuführen, Zugänge zu legen, Verbände zu wechseln und bei den Visiten mitzulaufen. Auch hier hatte man immer viel Zeit zu lernen und die Stationsärzte haben sich immer Zeit genommen Fragen zu beantworten und in regelmäßigen Abständen wurde auch PJ Unterricht angeboten an denen auch die Famulanten teilnehmen konnten.

Die meiste Zeit der Famulatur habe ich allerdings im OP verbracht. Bei den vielen Revisionseingriffen und akuten Frakturversorgungen an Schulter und Ellenbogen, bei denen ich regelmäßig teilnehmen durfte, konnte ich viele Erkenntnisse sammeln und das Buchwissen durch praktische Erfahrungen erweitern. Absolutes Highlight hierbei waren die vielen Stabilisationsverfahren mittels Auto- und Allografts am Ellenbogen so wie die akuten Frakturen, die entweder mittels ORIF oder endoprothetisch versorgt wurden. So konnte ich bei mehreren Ellenbogen- und inversen Schulterendoprothesen sowie Versorgungen mittels proximalen und distalen Humerusplatten assistieren. Die Operateure waren dabei immer sehr hilfsbereit, meine Fragen zu beantworten und mir praktische Fähigkeiten beizubringen.

Freitags wurde vor Dienstbeginn regelmäßig eine Ärztefortbildung angeboten, welche auch von den Studenten gern besucht wurde. Hier trugen die Ärzte der Klinik abwechselnd Vorträge zu Themen, die zu ihren Forschungsgebieten gehörten, vor.  Diese reichten von chirurgischen Raffinessen der Knieendoprothetik bis zu Übersichtsvorträgen großer Rehabilitationsverfahren.

Neben den fachlichen Erfahrungen, die ich während meiner Famulatur sammeln konnte, habe ich auch außerhalb der Klinik eine schöne Zeit verbringen können. Von Professor Müller wurden die Studenten zur Sommerfeier der Klinik eingeladen. Dort wurde in einem Lokal in der Nähe des Krankenhauses ausgiebig bis in die Morgenstunden gefeiert. Nebenbei bietet Köln viel Freizeitangebote nach Dienstschluss an. So konnte ich Zeit mit alten Schulfreunden und meiner Familie verbringen sowie das erste Heimspiel und den ersten Heimsieg meines Heimatvereines dem 1. FC Köln live im Stadion miterleben.

Alles in allem hatte ich eine großartige Zeit in der ich meinen fachlichen Horizont erweitern konnte und auch jede Menge Spaß hatte. Besonderer Dank gilt hierbei Herrn Dr. Hackl und Herrn PD. Dr. Wegmann, die mich immer mit in den OP mit der besten Musik genommen haben,  Herrn Dr. Simons den ich beim Nachtdienst in der Rettungsstelle begleiten konnte, und Herrn Professor Müller, der die Famulatur ermöglicht hat. Außerdem möchte ich mich bei der DVSE und der Firma Biomet bedanken, die die Famulatur finanziell gefördert haben.

Arad Alikhah