Nachruf

Die DVSE trauert ganz besonders um das Ableben unserer verdienten und allseits geschätzten Mitglieder.
 
Jochen Löhr und Alwin Jäger
Jochen Löhr

 

 

Am Ende des EFORT-Kongresses in Wien, den er selbst mitgestaltet hat, auf dem er mehrere Vorträge halten und ein Symposium moderieren sollte, hat uns die erschütternde Nachricht über den Tod von Professor Dr. med. Joachim Löhr erreicht. Noch kann niemand sich vorstellen, dass er nicht mehr unter uns sein soll. Von der ersten Stunde an hat Joachim Löhr der Deutschen Vereinigung für Schulter- und El-lenbogenchirurgie angehört und sie durch seine wissenschaftliche Grundlagenforschung, seine exzellenten Kongressbeiträge, Vorlesungen und seinen immer hilfreichen und niemals eigennützigen Einsatz in den unterschiedlichen Gremien entscheidend geprägt. Joachim Löhr war durch seinen beruflichen Lebenslauf, der ihn als Assistenzarzt an die Schulthess Klinik Zürich, als Research und Clinical Fellow, Resident und schließlich als Consultant an die Universitätskliniken von Toronto und Ottawa, als Oberarzt in die Orthopädische Universitätsklinik Würzburg, als Chefarzt für Orthopädie an die Schulthess Klinik Zürich, als Ordinarius für Orthopädie an die Universität Lübeck, als Medizinischer Direktor zur Endoklinik Hamburg und schließlich in selbständiger Tätigkeit zurück nach Zürich geführt hatte, ein exzellenter Botschafter für unsere Vereinigung und für die Deutsche Schulter- und Ellenbo genchirurgie. Er hat zahlreiche nationale und internationale wissenschaftliche Ehrungen erfahren und war Ehrenmitglied und Mitglied vieler internationaler Gesellschaften und Vereinigungen, u.a. der Fellow of the Royal College of Surgeons, American Academy and Orthopaedic Surgeons, Ca nadian Orthopaedic Association and Reseach Society und European Research Society. Durch seine menschliche Aufgeschlossenheit und seine Sprachgewandtheit ist er immer ein ausgezeichneter Kommunikator gewesen. Unvergessen sind seine exzellenten, wissenschaftlich fundierten und dennoch auch humorvol- len Vorträge und Diskussionsbeiträge auf zahllosen Veranstaltungen. Es gab kaum einen be-deutenden Kongress oder ein wichtiges internationales Meeting über Themen der Schulter- und Ellenbogenchirurgie, an dem man Joachim Löhr nicht treffen und aktiv erleben konnte. Vor wenigen Wochen noch hat er mit seiner trockenen norddeutschen Herzlichkeit und einem hanseatischen Augenzwinkern in Hamburg den Perthes-Preis der Deutschen Vereinigung für Schulter- und Ellenbogenchirurgie überreicht. Die Deutsche Vereinigung für Schulter und Ellenbogenchirurgie hat eines Ihrer zentralen Mitglieder, wir alle haben einen guten Freund verloren.

Lieber Jochen, wir werden Dich und Dein offenes, freundliches Wesen vermissen und Dich in ehrender Erinnerung behalten.

Für den Vorstand der DVSE

Markus Loew, Ulrich Brunner, Jörn Steinbeck

 

 

Noch am Vortag hatte Alwin einen Vortag in Berlin gehalten. So wie wir ihn kannten und schätzten: engagiert, der Medizin und speziell der Arthroskopie zugewandt und mit dem ihm eigenen Humor. Die Nachricht von seinem plötzlichen und auch durch grössten chirurgischen Einsatz unumkehrbaren Schicksal und Tod macht uns alle tief betroffen. Plötzlich hat der Tod ihn mitten aus seiner erfolgreichen und aktiven Tätigkeit und aus seiner liebevollen Ehe gerissen. Gerade hatte er mit seiner geliebten Heike das neue Haus bezogen. Wir kennen Alwin seit vielen Jahren als engagierten Kollegen der es verstanden hat durch seine ausgezeichneten chirurgischen Leistungen und seine Hinwendung zum Patienten seine Kollegen und seine Patienten zu überzeugen. Vor allem die Verbesserung arthroskopischer Techniken und deren Ergebnis lagen ihm am Herzen. In seiner Zeit in Frankfurt an der orthopädischen Klinik Friedrichsheim hat er eine Sektion mit grossem Ruf aufgebaut. Nicht nur seine chirurgischen Entscheidungen sondern auch die beruflichen und organisatorischen waren gut begründet und fundiert. Wir haben uns daher sehr gefreut, dass die neue Stelle als Chefarzt für Sportorthopädie / Knie und Schulterchirurgie Alwin auf den Leib geschneidert war. Entsprechend erfolgreich und anerkannt hat er auch diese Abteilung aufgebaut. Alwin hat eine nationale und internationale Reputation als ausgezeichneter Orthopäde und Arthroskopeur erlangt. Er war aktives Mitglied unter anderem bei der ISAKOS, der AGA und der ACL Study Group aber eben auch langjähriges Mitglied in der DVSE. Bereits in Fried-richsheim hatte er zahlreiche Schulter OP Kurse organisiert. Alwin war stets bereit seine Neugier aber auch sein Wissen zu teilen und war engagierter Lehrer für seine Mitarbeiter so-wie nationale und internationale Gäste. Wir freuen uns daher besonders über den Vorschlag von Ron Schmieding, eine Dr. Alwin Jäger Stiftung zur Ausbildungsförderung ins Leben zu rufen. Trotz Deiner zahlreichen Verpflichtungen und Anerkennungen haben wir Dich Alwin stets als loyalen Freund und humorvollen Weggefährten erlebt.

Wir vermissen Dein verschmitztes Lachen und Deine Menschlichkeit.

Für den Vorstand der DVSE

U. Brunner, E.Wiedemann, J. Steinbeck