Die Untersuchungstechnik wurde für den Constant-Score durch den Erstautor nicht exakt definiert, so dass zahlreiche Probleme resultieren. Insbesondere die Art- und Weise der Kraftmessung wirkt sich in erheblichem Maße auf das Ergebnis aus. Nach Lillkrona (JSES 2008) resultiere deshalb eine Interobserver Variabilität von 10 bei maximal 100 erreichbaren Punkten, was einen unbefriedigenden Zustand darstelle.
Constant selbst (1991) und Murray et al. (1985) favorisierten eine Messung am Deltaansatz, Constant (1987), Burkhead (Ciepela et al 1996), Gerber (1996) und Moseley (1972) dagegen am Handgelenk.
Thomas (2003) empfiehlt eine Standardisierung über die Angabe des Drehmoments unter Berücksichtigung des Hebelarmes, so dass die Kraftmessungen an unterschiedlichen Punkten vergleichbar wären.
Auch zur Armposition finden sich unterschiedliche Angaben. Die Mehrzahl der Autoren misst in Abduktion, einige Autoren messen auch in der Flexion, andere bei Elevation (Abduktion in der Skapulaebene). Habermeyer et al. (2006) führen in ihrer 2006 publizierten Zusammenstellung international üblicher Scores aus, dass die Kraftmessung bei 90° Abduktion erfolgen solle "or less if the patient is unable to abduction to that level? (Seite 201). Die Autoren zitieren weiterhin Moseley (1972): "In patients whose active range of abduction is less than 90°, the power at whatever maximum abduction can be performed is taken using the spring balance...".
Aufgrund dieser widersprüchlichen Angaben erfolgte in der Publikation von Constant CR et al. (2008) eine Klarstellung der Messmethodik. Wichtigste Forderungen sind die Kraftmessung am Handgelenk und bei 90° Abduktion. Bei geringerer Abduktion seien die Werte für die Kraft auf 0 zu setzen. Diese Messmethodik führt zwangsläufig zu niedrigeren Werten als bei Messung am Deltaansatz und bei niedrigerer Abduktion, so dass die Vergleichbarkeit mit älteren Arbeiten nicht gegeben ist. Es empfiehlt sich deshalb, beide Messmethoden anzuwenden. Eine nachträgliche Umrechnung ist auch mittels des von Thomas et al. Z Orthop 2003 angegebenen Verfahrens möglich.
Böhm et al. haben 2004 eine Fragebogenversion der Constant-Scores zur Selbstevaluation durch den Patienten validiert. Dieser Fragebogen ermöglicht es den Constant-Score zu erheben ohne den Patienten selbst zu untersuchen und ist hier als pdf einzusehen.
Seit den Publikationen von Jensen et al. JSES 2009 ist bekannt, dass vom Rowe-Score mehrere Versionen benutzt werden, die auf Grund der Wichtung der einzelnen Parameter ein sehr unterschiedliches Ergebnis bedingen. Den Empfehlungen von Jensen folgend, ist die Verwendung des Scores von 1982 sinnvoll.
Der Rowe-Score ist zur Beurteilung von Patienten mit oder nach Schulterinstabilität besser geeignet als der Constant-Score.
Die deutschsprachige Publikation ist als pdf angehängt.