Die Deutsche Vereinigung für Schulter- und Ellenbogenchirurgie e.V. hat sich im letzten Jahr zum Ziel gesetzt die studentische Beteiligung zu fördern. Hierzu wurde neben der bereits bestehenden vergünstigten Kongressgebühr für den Jahreskongress (15,- Euro) ein studentischer Mitgliedsbeitrag (10,- Euro/ Jahr) eingeführt. Darin enthalten ist auch der Bezug der Zeitschrift "Obere Extremität", dem Sprachorgan der DVSE.
Darüber hinaus wurde das Junge Forum unter selbstständiger studentischer Leitung ins Leben gerufen. Das Junge Forum ist die Plattform der schulter- und ellenbogenchirurgisch interessierten Medizinstudenten, im präklinischen und klinischen Studienabschnitt, innerhalb der DVSE. Es soll ihnen die Möglichkeit zur aktiven Mitarbeit innerhalb der DVSE geben, um sowohl die nähere und fernere Zukunft der Vereinigung, als auch die der deutschen Schulter- und Ellenbogenchirurgie mitzubestimmen. Darüber hinaus setzt es sich zum Ziel die Grundlage des wissenschaftlichen Nachwuchses bereits in der Studentenschaft zu legen und somit wissenschaftlich und methodisch vorgebildete Assistenzärzte in die Kliniken zu bringen.
Werben Sie in Ihrer Arbeitsgruppe, bei interessierten und engagierten Medizinstudenten, für die Teilnahme am Jahreskongress, für die Mitgliedschaft in der DVSE oder sogar für die Mitarbeit im Jungen Forum.
Wer seine Zukunft in der Schulter- und Ellenbogenchirurgie sieht und an einer aktiven Aufgabe in der DVSE interessiert sind, kann sich gerne mit Fragen und Anmerkungen an Frau Natascha Kraus wenden (junges-forum(at)dvse(dot)info).
Nach zweijährigem Bestehen des Jungen Forums der DVSE dürfen wir auf ein gelungenes und innovatives Jahr 2012 zurückblicken. Mit der Einführung einer eigenständigen studentischen Sitzung auf dem Jahreskongress der DVSE erfolgte eine gelungene Neuerung. Die studentischen Mitglieder brachten sich hierbei aktiv wissenschaftlich ein und gestalteten eine studentische Sitzung mit vielen interessanten Vorträgen.
Des Weiteren nutzten interessierte Mitglieder des Jungen Forums die Möglichkeit der kostenfreien Teilnahme am Fortbildungskurs "Refixation Update 2012" in Münster und berichteten über hochinteressante Tage.
Die mit Reise- und Unterkunftszuschuss ausgeschriebene DVSE-zertifizierte Famulaturreise an Ausbildungszentren der DVSE wurde im Jahr 2012 zwei Mal vergeben und ermöglichte den Schulter- und Ellbogen-interessierten Studenten eine individuelle fachliche Betreuung während der Famulatur.
Während des diesjährigen Kongresses der DVSE in Berlin standen zum ersten Mal seit dem Bestehen der Vereinigung eine studentische Sitzung und ein Workshop zum wissenschaftlichen Arbeiten auf dem Programm.
Unter dem Vorsitz von Prof. Dr. med. Thomas Schneider und Natascha Kraus wurden bei der studentischen Sitzung sieben Beiträge von Studenten aus ganz Deutschland zum Besten gegeben.
Sehr interessante wissenschaftliche Arbeiten wurden hierbei vorgestellt. Von Themen im endoprothetischen und arthroskopischen Bereich bis hin zu operativen Zugangswegen am Ellbogen.
Die wissenschaftlichen Vorträge deckten somit ein großes Themenspektrum ab und führten zu spannenden Diskussionen.
Als weiteren Programmpunkt des Jungen Forums wurde ein Workshop zum Thema "Wissenschaftliches Arbeiten" abgehalten. Hierbei wurden den Zuhörern mit Bezug auf die Schulter- und Ellbogenchirurgie wissenschaftliche Grundlagen vermittelt. Die Vorträge befassten sich unter anderem mit.
Unter dem Vorsitz von Sophia Hünnebeck und Prof. Dr. med. Felix Zeifang konnten den Studenten durch PD Dr. med. Lars Lehmann (EBM-Richtlinien: Evidence-based-medicine in der Schulter- und Ellenbogenchirurgie), PD Dr. Mathias Wellmann (Grundlagen biomechanischer Studien am Beispiel der Schulterinstabilität), Dipl.-Ing. Peter Westerhoff (Instrumentierte Schulterimplantate: Erkenntnisse und Perspektiven), PD Dr. med. Bernhard Jost (Grundlagen klinischer Studien am Beispiel der Rotatorenmanschette), Dr. med. Petra Magosch (Statistische Auswertung- was muss ich beachten?) und David Krüger (Subjektive und Objektive Auswertung klinischer Ergebnisse im Bereich der Schulter und Ellenbogens- welche Funktionsscores und Quality- of- life-tools gibt es?) Grundlagen biomechanischer und klinischer Studien, sowie der "Evidence-based-Medicine", statistischer Auswertung und klinischer Ergebniserhebung nahe gebracht werden.
Sowohl die studentische Sitzung als auch der Workshop wurden von den Studenten als sehr interessant und lehrreich aufgenommen. Es gab viel positives Feedback mit Wunsch der wiederholten Durchführung während der kommenden Kongresse der DVSE.
Für den im März in Münster stattgefundenen Fortbildungskurs "Refixation Update 2012" wurden zwei freie Plätze für Mitglieder des Jungen Forums der DVSE ausgeschrieben und vergeben. Die Studentinnen Judith Hodel und Kathrin Hoffmann bekamen die Möglichkeit des kostenfreien Zugangs zu einem sehr interessanten Kurs unter Leitung von Prof. Jörn Steinbeck.
Ein Auszug des persönlichen Erfahrungsberichtes:
"Die hochinteressanten wissenschaftlichen Vorträge, die donnerstags, freitags und samstags jeweils vormittags ab 9 Uhr stattfanden, lieferten uns einen sehr guten Einblick in die Fachrichtung und sowohl die Redner als auch die anderen Kursteilnehmer haben uns als "junge Kolleginnen" gut integriert. Der Theorie folgte am Nachmittag die Praxis in Form von Kadaverworkshops in der nahe gelegenen Anatomie. Hier konnte unter anderem die arthroskopische Versorgung von Rotatorenmanschettenverletzungen und das Einsetzen von Endoprothesen unter Anleitung geübt werden. An Modellen durften wir selbst Hand anlegen, wobei wir Knoten und Nahttechniken lernten und auf diesem Wege ein Gefühl für den Umgang mit dem Endoskop entwickeln konnten. Alles in allem waren es 3 hochinteressante, kurzweilige und vor allem extrem lehrreiche Tage.
Wir bedanken uns ganz herzlich bei der DVSE und Prof. Steinbeck für die Möglichkeit der Teilnahme am "Refixation Update 2012", die uns nicht nur viele unbezahlbare praktische Erfahrungen und Tipps von erfahrenen Ärzten bescherte, sondern auch einen Einblick in das wissenschaftliche Arbeiten gewährt hat."
Judith Hodel und Kathrin Hoffmann
Die diesjährigen Famulaturstipendien wurden im Wintersemester 2011/2012 an Sandra Weisemann aus Magdeburg und im Sommersemester 2012 an Kathrin Hoffmann aus Erlangen vergeben. Die positiven Rückmeldungen bestärken uns in unserer grundsätzlichen Idee, Schulter- und Ellbogenchirurgisch interessierte Studenten früh und durch individuelle und persönliche Ausbildung zu fördern.
Auszüge der Erfahrungsberichte
Von Sandra Weisemann, Famulatur im Wintersemester 2011/2012 im Zentrum für Muskuloskeletale Chirurgie in Berlin unter Univ.-Prof. Dr. med. Markus Scheibel:
"Die erste Famulatur. Allein bei diesem Satz gehen einer jungen ambitionierte Medizinstudentin an die tausend Dinge durch den Kopf. Um darauf eine Antwort zu bekommen, beschloss ich den Zeitraum der Wintersemesterferien zu nutzen und auf das Famulatur-Stipendium der DVSE zu bewerben.
Das Glück war auf meiner Seite und ich bekam die Zusage. Meine Wahl fiel auf Berlin, auf das Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie. Unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. med. Markus Scheibel durfte ich die Schulter- und Ellenbogenchirurgie für einen Monat näher kennenlernen.
Schon der erste Tag begann mit einer größeren OP, dem Einsatz einer inversen Endoprothese und ich durfte mich nicht nur einwaschen, sondern wurde auch direkt ins operative Geschehen mit eingebunden. Es ist ein wirklich unbeschreibliches Erlebnis, wenn man die Dinge, die man vorher nur in der Theorie oder am Leichnam sah, jetzt so nah und detailliert miterleben darf. Doch das sollte, wie ich rasch feststellte, nur der Anfang einer Reihe von lehrreichen wie auch einprägsamen Erlebnissen sein, die ich in dieser Famulatur kennen lernen durfte. Es waren nicht nur die ausführlichen Erklärungen zu Röntgenbildern und MRTs, nicht nur die Hilfestellung zur Orientierung im Gelenk bei arthroskopischen Eingriffen, sondern vor allem auch die mir vielerseits ermöglichten eigenen Handgriffe die ich tätigen durfte, die diese Famulatur so eindrucksvoll und einmalig machten.
Für mich persönlich am lehrreichsten fand ich, durch den längeren Zeitraum meines Aufenthalts, die Möglichkeit die Verknüpfung zwischen Patient und Operation, die eine sehr entscheidende Rolle spielt, erkennen zu können. Ich hatte die Chance die erste Diagnostik der Erkrankung in der Sprechstunde zu verfolgen, dann den operativen Eingriff mitzuerleben und nicht nur durch die Visiten die beginnende Genesung eines Patienten mitzuerleben, sondern diesen auch anschließend noch zur Nachkontrolle wiederzusehen.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass diese vier Wochen mir wirklich einen starken Anreiz geboten haben, mich in diese Richtung weiterzubilden und weiter zu orientieren, denn selten war etwas so aufschlussreich und wegweisend für mich wie diese Famulatur. Nicht zuletzt ist dies auch dem Team der Schulter- und Ellenbogenchirurgie des Centrums für Muskuloskeletale Chirurgie zu verdanken, welches mir so viel ermöglicht und aufgezeigt hat. Ich kann abschließend nur sagen, dass die DVSE mit dieser Famulatur ein wirklich gutes und bei beruflichen Entscheidungen hilfreiches Konzept entwickelt hat, von dem ich hoffe, dass es zukünftig eine permanente Integration in die medzinische Ausbildung erfahren darf."
Sandra Weisemann
Von Kathrin Hoffmann, Famulatur im Sommersemester 2012 in der OCM-Klinik in München unter Prof. Dr. Ernst Wiedemann:
"Gleich an meinem ersten Tag im OCM wurde ich von den Arzthelferinnen freundlich empfangen. Nachdem ich mit einem Poloshirt mit aufgesticktem Praxislogo ausstaffiert worden war fühlte ich mich gleich dazugehörig und alle meine Bedenken, die man wegen des ersten Tages so hat, waren wie weggeblasen.
Prof. Wiedemann gab mir auch von Anfang an das Gefühl, dass ich als "junge Kollegin" ein Teil des Praxisteams bin. Neben der hohen fachlichen Professionalität, begeisterte mich die lockere Atmosphäre in seinem Team.
Am ersten Tag im OP führte er mich mit viel Geduld in die hohe Kunst des "Steril-bleibens" ein und ließ mich gleich assistieren. So lernte ich Schritt für Schritt den Umgang mit dem Arthroskop und entwickelte nach und nach ein Gefühl für Orientierung im Schultergelenk. Anfangs waren die Dimensionen und Sichtweisen sowie die intraartikuläre Anatomie noch ungewohnt. Nach einigen Tagen fühlte ich mich aber sehr viel sicherer in der Handhabung des Arthroskops und konnte die einzelnen Schritte der Operation immer besser nachvollziehen.
Das Highlight der OP-Woche war allerdings der "Prothesen-Tag". Die offenen Operationen ermöglichten mir einen eindrucksvollen Blick auf die Anatomie der Schulter und beim Setzen der TEPs hatte ich das Gefühl, dass ich mich auch richtig nützlich machen konnte. Ich hatte so viel Spaß dabei, dass die Zeit wie im Flug verging.
Nach einem spannenden Tag im O.P. stand meist noch die Schultersprechstunde in der Praxis auf dem Programm. Von Profisportlern bis hin zu rüstigen Rentnern war hier nahezu alles vertreten, sodass sich die Untersuchungen sehr abwechslungsreich und interessant gestalteten. Ab und zu "verirrte" sich auch mal ein Ellenbogen zu uns. Für mich war es sehr eindrucksvoll dem routinierten Arzt bei seiner Arbeit im wahrsten Sinne des Wortes "über die Schulter zu schauen".
Trotz des straff organisierten Terminplans nahm Prof. Wiedemann sich sehr viel Zeit um mir alles, was ich wissen wollte zu erklären und nachdem ich einige Male zugesehen hatte ermutigte er mich auch dazu selbst am Patienten Hand anzulegen um ein Gefühl für die Untersuchungstechniken zu entwickeln. Dabei zeigte er mir die Besonderheiten der verschiedenen Funktionstest für unterschiedlichen Muskeln und Strukturen des Schultergürtels und verriet mir viele seiner Tipps und Tricks.
Zu guter Letzt möchte ich mich an dieser Stelle nochmal von ganzem Herzen bei Prof. Wiedemann, Dr. Portenhauser, dem ganzen OCM-Team und der DVSE für die Möglichkeit dieser Famulatur bedanken. Es hat mir unheimlich viel gebracht und mich in der Wahl meiner späteren Facharztrichtung bestätigt.
Vielen Dank auch das Junge Forum für die Organisation im Vorfeld. Ich kann jedem Studenten nur empfehlen, das Angebot der DVSE wahrzunehmen. Es lohnt sich auf jeden Fall."
Kathrin Hoffmann
Das Junge Forum freut sich über jeden Zuwachs motivierter Medizinstudenten, egal in welchem Studienjahr, die an der Schulter- und Ellenbogenchirurgie interessiert sind. Bei Interesse, Fragen, Anmerkungen oder Anregungen können Sie gerne per Email unter junges-forum(at)dvse(dot)info Kontakt aufnehmen.
Von
Magdalena Werth und Natascha Kraus